Selbsthilfegruppe

Schwule Väter und Ehemänner

Einen Tag vor dem 11. September....

Ich bin Mico (eigentlich Michael, aber so nennt mich kein Mensch mehr), bin 38 und ein schwuler Vater. Mein Outing fand statt einen Tag vor dem 10.September 2001, und am 11.09.ist dann ja wohl auch bei mir und bei meiner Nochfrau die Welt zusammengebrochen. Ich habe mich in einem Jahr sehr oft und viel im Internet informiert,in Foren,communities,bei den Schwulen Vätern Köln und Berlin. Aber regional (ich komme aus Itzehoe) hatte ich bisher nichts gefunden.

Ich bin froh "euch" entdeckt zu haben, da ich gerne Kontakt zu anderen schwulen Vätern in dieser Region Schleswig-Holstein-Hamburg haben möchte. Vor einem Jahr gab es einen "offiziellen" Grund so zu sagen: Die Liebe zuThomas, auch ein schwuler Vater und zudem sehr weit weg wohnend, aber wir haben uns oft gesehen und sehr geliebt. Letztlich hat er einen Riesenschritt nach vorne gemacht, aber dann viele kleine nach hinten. Kurzum: Er hat es nichtgeschafft sich von der family zu lösen. Im Sinne von räumliche Trennung natürlich. Es wurde böse zum Schluss, weil er sich irgendwie befreien wollte, und dann war zum Jahresende diese wunderschöne Liebe zu Ende.

Ich fiel in ein tiefes Loch und dachte:"Wofür habe ich mich eigentlich geoutet?" Blödsinn, ich weiss, aber das ist mir erst nach dem Verarbeiten der Schmerzen wieder klar geworden. Ich kann auch froh sein: Meine Exfrau ist beste Freundin geworden, meine 3Töchter lieben ihren schwulen Papa und so soll es auch bleiben. Was eben mir fehlt ist zum einen: die räumliche Trennung. Ich habe zwar ein sehr gutes Verhältnis hier innerhalb der family, aber sowas kann auch erdrückend sein. Zudem fehlt mir einfach DER Partner. Dies gestaltet sich schwierig, weil Langzeitschwule, so nenne ich sie mal, oft ein Problem haben mit unsschwulen Vätern. Nicht alle, aber es gibt ne Menge.
Und ich habe auch keine Lust ständig die Szene unsicher zu machen, um dann Mr.Right irgendwo zu finden, wie ein hungry wolf. Andere Kontakte zu schwulen Vätern, denen es ähnlich geht wäre sicher auch ein Weg, und wenn es nur um Freundschaften geht.

Also gemeinsame Unternehmungen oder so. Ich lebe jetzt offen schwul, wobei es noch nicht alle wissen. Aber Step by Stepp, die Familie ist zunächst das Wichtigste, und die haben in dem letzten Jahr viele Möglichkeiten und Gelegenheiten gehabt sich mit mir/mit dem Schwulsein auseinander zusetzen. Und das hilft mir dann auch sehr und macht einiges einfacher.

Habe ne Menge Leute im Regenbogenland kennengelernt, aber entweder wollen sie gleich heiraten (und das muss es ja wohl auf beiden Seiten passen, grins) oder sie haben Vorbehalte / Bedenken wegen meiner Geschichte. Ich denke so eine Gruppe ist gut, richtig und wichtig. Und sie hilft ja auch bei den neuen Wegen die man gehen möchte.

Miko